Gosee
Authentic Nature - wo noch Trolle und Orks zu Hause sind...
Mit „Authentic Nature“ präsentiert der Berliner Fotograf André Wagner seinen ersten Bildband mit stimmungsvollen Nachtsituationen und urigen Landschaften. Feuer, Wind, Wasser und Erde sind wiederkehrende Themen, ebenso wie eine lange Belichtungszeit. Viele Motive entstanden in Neuseeland, wo noch richtige Urwälder zu finden sind, die ihm dabei halfen, das richtige Naturfeeling zu bekommen. Das abgebildete Licht versteht er als seinen Weg durch die Zeit. Seine Fotografie ist seine persönliche Art, Tagebuch zu führen.

 
Dass Fotografie bedeutet, mit Licht zu zeichnen, wird vor allem bei seinen Feuerbildern deutlich. André kommt ursprünglich aus der Malerei und hat mit Graffiti angefangen. Da hat man nichts weiter als ein Blatt Papier, auf das man seine Fantasien malt. Die Nacht ist für ihn im Prinzip auch wie ein weißes Blatt, nur eben dunkel, und er zeichnet darauf.

Wir wollten natürlich auch etwas von den Geschichten hinter den Bildern erfahren. So zeigt das Motiv „Golden Bridge“ beispielsweise die Autobahn A17 bei Dresden. Dies ist André Wagners Hommage an einen Wasserfall in der unberührten Natur.

Bei der Entstehung von „Harwood Hole“ ist folgendes passiert: „Es ist mitten in der Nacht. Vor ein paar Stunden war ich schon mal hier und habe diese Stelle entdeckt. Hier sieht es aus als seien Bäume und Gestein ineinander verwachsen. Jetzt kann man die Hand kaum vorm Auge sehen und jegliche Zivilisation ist meilenweit entfernt. Ich betätige den Drahtauslöser meiner Kamera und gehöre in den nächsten Minuten nur mir und der Dunkelheit. Ein leichter Wind geht und verfängt sich in den Wipfeln der Bäume. Es knackt leise, ich schaue nach oben, aber der Wald ist zu dicht, als das man den Himmel sehen könnte. Irgendwo singt ein Vogel. Es raschelt neben mir. Ein bisschen unheimlich ist mir schon. Der Film „Herr der Ringe“ wurde hier gedreht. Hoffentlich haben sie sämtliche Orks mitgenommen. Noch 45 Minuten. Es raschelt schon wieder …. Die Aufnahme ist beendet. Ich packe mein Equipment zusammen und mache mich mit einer Fackel in der Hand auf den Rückweg. Ich brauche eine ganze Weile um aus dem Wald herauszukommen. Die Schatten, die die meterhohen Bäume durch meine Fackel werfen, machen mir es mir nicht gerade leicht den Weg zu finden, oder die Stolpersteine zu sehen, die auf ihm liegen. Nach einer Stunde habe ich es endlich geschafft. Ich verstaue meine Kamera im Auto, lasse den Wald von Harwood Hole hinter mir und fahre zu meinem nächsten Motiv. „

Eine ebenfalls sehr schöne Beschreibung zur Entstehung des Motivs „Night Rainbow“ erhalten wir ebenfalls von dem Fotografen: „Ich wandere durch eine neblige Nacht in Neuseeland. Hoch oben am Himmel steht der Vollmond und taucht alles in einen silbrigen Glanz. Ich bin auf der Suche und auf einmal ist er da, der „Nightrainbow“, der Mondregenbogen, geformt vom Nebel und vom Licht des Mondes. Auf meiner Reise durch diese Nacht hat die Natur mir etwas geschenkt, dass ich vielleicht nie wieder zu Gesicht bekommen werde. Es ist wie ein Wunder, ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe meine Kamera dabei, um dieses Naturschauspiel festzuhalten. Ganz allmählich verschwindet der Mondregenbogen, aber er wird weiterleben, in meinem Herzen und in dem Foto, das ich in dieser Nacht im „Abel Tasman Park“ machen durfte.“

 
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