…Das entscheidende Kriterium der Künstlerauswahl ist der Werdegang. Kunst und Kreativität ist vielfältig, HALLENKUNST bietet ein sehr breites Spektrum, von großformatigen Arbeiten, Videokunst, Projektionen, Objekten bis zu kleinformatigen Malereien. Eines jedoch ist meist identisch: Die ersten Jahre in der Biografie der Künstlerinnen und Künstler: Graffiti & Street Art. Was mit Graffiti in den amerikanischen Großstädten der Ostküste vor mehr als 40 Jahren begann, hat sich mittlerweile entscheidend weiterentwickelt. Es handelt sich nicht mehr ausschließlich um ein Phänomen der Jugendkultur, viele Akteure haben sich von der Bildsprache des Graffiti emanzipiert und neue Ausdrucksformen erprobt. HALLENKUNST widmet diesen Ausdrucksformen eine groß angelegte Ausstellung, in deren Zentrum Werke der internationalen Urban Art und Streetart Szene stehen. HALLENKUNST stellt ausgesuchte Arbeiten von mehr als zwanzig jungen Künstlerinnen und Künstlern vor. Sie alle üben ihre Passion beruflich aus. Alle Werke können gekauft werden – und das zu fairen Preisen. Das ist das Konzept der noch jungen Eventserie, die 2010 in der Markthalle Chemnitz mit großer Unterstützung von Herrn Peter Waldvogel erstmals realisiert werden konnte…www.hallenkunst.de

 

Die Stadt, die selbst wächst. 
Über André Wagners neue Arbeiten

Der Begriff der „Urban Art“ hat in den vergangenen Jahren eine neue Bedeutung bekommen. Urban Art ist allgegenwärtig – und die Grenzen zu den traditionellen Kunstgattungen, zu Malerei, aber auch zu Fotografie werden immer durchlässiger. So auch im Fall von André Wagner, der in den vergangenen Jahren als Fotokünstler bekannt geworden ist, dessen geheimnisvolle Landschaften, Seestücke und urbane Ansichten dem
Betrachter wunderbare Rätsel aufgeben.

Ganz deutlich richtet André Wagner heute den Blick auf die städtische Gegenwart. Ein Hochhaus, in dessen Fenstern sich die Sonne spiegelt, ein Mädchen, dass mit seinem Handy gerade ein Foto macht, ein urbaner Flaneur auf dem Weg durch den städtischen

Dschungel – all das ist neu im Werk von André Wagner.

Typographisches findet Platz in dieser Bilderwelt. Starke Begriffe wie „live“ suggerieren Authentizität, doch wird diese im nächsten Moment wieder gebrochen: eine Rasterstruktur auf vielen der Fotoarbeiten hinterfragt die Wirklichkeit als medial inszeniert. Sind es Blicke auf einen Computerbildschirm, die uns André Wagner hier als Bilder der Wirklichkeit präsentiert?

Waren es am Anfang seines Schaffens vor allem Urwälder, Urlandschaften, die ihn interessiert haben, Ur-Elemente wie Feuer, Wind, Wasser und Erde, so zeigt Wagner in seinen neuen Arbeiten nun die vom Menschen berührte Landschaft – doch stets von der surrealen, doppelbödigen Seite: Der Umriss eines Adlers gibt Rätsel auf, das metaphysisch anmutende Licht auf den Hochhausbauten, die er in New York fotografiert hat. Sind sie echt? Wie Modelle muten sie an, Modelle eines urbanen Raums, der vom Menschen geschaffen wurde, den dieser aber nicht mehr zu kontrollieren vermag.

Vor etwa 40 Jahren tauchten die ersten Graffiti in amerikanischen Großstädten auf, von Anfang an auch als kritische Auseinandersetzung mit der merkantilen Kampfzone Stadt, in der sich Werbung fast unkontrolliert ausbreitet. „anytime“, noch eine typographische Arbeit, kann man als Kommentar darauf deuten: Immer, zu jeder Zeit, soll heute alles verfügbar sein. Vor diesem Hintergrund ökonomischer Entwicklungen lassen sich auch die Arbeiten von André Wagner deuten.

Text: Marc Peschke

with_artists André Deloar, André Wagner, Andy K, Antistatik, Bobsmade, Boogie, Bruno Braun, Burning Saxony, CanTwo, Caparso, Captain Borderline, Doppeldenk, Cren, Dustart, ecb, Flatlab, Graffiti On Vinyl, Guido Günther, Help, Herkamt, Hombre, Jenny Jey, Jukebox Cowboys, Just Photograph, Kacao77 Universers, Lars Eberlein, MadC, Marian Kretschmer, Martin Andreassen, Martin Stiehl, Peachbeach, Philipp Weber, Robert Reinhold, Satone, Smash137, Soten, Stefan Winterle, Stephan Ruderisch, Swet, Tasso, Thomas Schön, Toga, Warz

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